Schulen

Das Staatliche Schulamt Stuttgart hat im Jahr 2014 eine Umfrage an den 72
öffentlichen Grundschulen durchgeführt. Von den befragten Schulen führten 59 Schulen (82%) im Schuljahr 2013/14 Schwimmunterricht durch. Die Gründe, weshalb kein Schwimmunterricht durchgeführt werden konnte, waren Renovierungsarbeiten an Bädern, zu hoher organisatorischer und fahrtechnischer Aufwand und fehlende Fachlehrkräfte und Fehlinformationen zum Schwimmlehrplan. Die durchschnittliche Quote der Kinder, die das Seepferdchen ablegen konnten, lag bei nur 77%.

Als Gründe für die Verschlechterung der Schwimmfähigkeit wurden genannt:

  • Elternarbeit lässt generell nach
  • Mädchen mit Migrationshintergrund (Kl. 4) lassen sich krankschreiben
  • Schwimmkurse waren zu teuer
  • Einzelne Lehrkräfte können nicht ausreichend auf Nichtschwimmer eingehen
  • koordinative Fähigkeiten haben sich in den letzten Jahren verschlechtert
  • weniger Schwimmbadbesuche der Familien mit Migrationshintergrund

Um die Schwimmfähigkeit der Grundschüler zu verbessern sind folgende Maßnahmen möglich:

1. Rent-a-Schwimmlehrer

Viele Lehrer berichten von einer hohen Heterogenität der Schwimmfähigkeit bei den Schulkindern. Externe Schwimmtrainer unterstützen bei diesem Projekt Lehrer von Schulen, die einen Bedarf gemeldet haben, wodurch der Schwimmunterricht zusammen durchgeführt werden kann. Hier wird  vorwiegend auf Übungsleiter der Vereine sowie auf Sportstudenten zurückgegriffen. Diese Maßnahme soll ein Unterstützungsangebot sein, da gerade für fachfremde Lehrkräfte der Schwimmunterricht mit heterogenen Gruppen eine besondere Herausforderung sein kann. Bisher konnte eine Vermittlung an 17 Schulen erfolgen, wodurch der Schwimmunterricht an 46 Klassen unterstützt werden konnte. Insgesamt sind 7 Vereine mit großem Engagement beim Projekt involviert.

2. Aus- und Fortbildung: Intensiv Rettungsschwimmerkurse

Für interessierte, fachfremd unterrichtende Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter oder pädagogische Fachkräfte in der Nachmittagsbetreuung werden Fortbildungen zum Erlangen des DLRG- Rettungsschwimmabzeichen Silber und zur Didaktik der Schwimmausbildung angeboten.

3. Extra Kurse für Nichtschwimmer anbieten

Die Erfahrungen zeigen, dass die Heterogenität der Schwimmfähigkeit der Kinder sehr hoch ist. Lehrkräfte stehen somit oft vor der Herausforderung Nichtschwimmer und fortgeschrittene Schwimmer gleichzeitig zu unterrichten. Es sollen Nichtschwimmerkurse in Form von AGs oder im Rahmen des Ganztages angeboten werden. Ein Pilotprojekt an der Ameisenbergschule in Stuttgart, in Zusammenarbeit mit der DLRG LV Württemberg, hat hier bereits positive Erfahrungen gebracht.

4. Schwimmabzeichenaktion

Sportfachkräfte der Klassenstufe 4 werden unterstützt, die Schwimmfähigkeit der Schüler*innen im Hinblick auf das Minimalziel (Seepferdchen) sowie das gewünschte Ziel (Jugendschwimmabzeichen Bronze) zu erreichen, bevor der Wechsel auf die weiterführende Schule ansteht.